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𝗪𝗲𝗿𝘁𝗲 𝗶𝗰𝗵 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝗽𝗼𝘀𝗶𝘁𝗶𝘃 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝗹𝗲𝗵𝗻𝗲 𝗶𝗰𝗵 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝗮𝗯?

Schon als Säugling haben wir bestimmte Veranlagungen und Wesenszüge, mit denen wir unserem Umfeld begegnen. Jedoch erhalten wir nur auf einen Teil davon Resonanz. Andere Teile werden nicht wahrgenommen, ignoriert, oder abgelehnt. Mit der Zeit verinnerlichen wir diese Selbstablehnung. Oft entsteht dann ein innerer Anteil, der ablehnt („Reiß dich mal zusammen“) und ein innerer Anteil, der abgelehnt wird („Ich darf keine Angst haben“).

Um die abgelehnten Teile nicht spüren zu müssen, wird der Fokus auf das Handeln & Tun gelegt. Durch das Befolgen (teils geschickt getarnter) Antreiber-Mechanismen können zumindest Teile des Selbsterlebens kontrolliert werden.

Sei perfekt!
Beeil dich!
Streng dich an!
Sei stark!
Mach es anderen Recht!

Antreiber kennen kein Maß und Ziel. Die Verheißung eines positiven Selbsterlebens dient als Zuckerbrot, die Angst vor Versagensgefühlen als Peitsche. Das ständige „tun müssen“ erzeugt einen Anspannungszustand, der auch in kurzen Erholungsphasen nie ganz abfällt. Eine erfolgreiche Karriere und soziale Anerkennung warten dann als vermeintlicher Lohn auf die Mühen. Doch nicht gerade selten fühlt sich die einst so ersehnte Karrierestufe nach einem kurzen Hoch ähnlich leer an, wie die Stufe davor.

Trotz aller Anstrengung im Tun führt die Ablehnung des unerwünschten Selbsterlebens nicht dazu, das es verschwindet. Im Gegenteil, man leidet nur zusätzlich unter Ablehnung und Verdrängung, büßt die Lebendigkeit ein, die man sich eigentlich doch so sehr wünscht.

„Was ist darf sein. Was sein darf, kann sich verändern.“ (Werner Bock)

Liebe und Bestätigung von außen reichen nicht aus, es braucht die eigene Akzeptanz. Es ist für mich aber immer wieder berührend zu erleben, wie die umfassende Akzeptanz eines Gegenübers den Raum für die eigene Akzeptanz öffnen kann. Und ich habe selbst erlebt, wie sehr es in der Tiefe erleichtern kann, gewisse Teile des Selbst zu akzeptieren und anzunehmen.

Auch beim Leitprozess Akzeptanz der Metatheorie der Veränderung gibt es nicht nur den einen Pol des Bejahens. Es kann auch durchaus funktional sein, ein Erleben abzulehnen, bestimmten Impulsen nicht nachzugeben. Wie immer geht es aber um die innere Freiheit, situationsgemäß bejahen oder verneinen zu können und nicht gewohnheitsmäßig bestimmte Aspekte immer abzulehnen oder anzunehmen.

Wenn ich aber nun bestimmte unerwünschte Teile von mir akzeptiere, wer bin ich dann? Ziel ist es nicht, das „wahre Selbst“ zu finden (mehr dazu hier in meinem Newsletter), sondern das Selbst als einen kontinuierlichen inneren Prozess aus Selbstwahrnehmung, Resonanz und Akzeptanz zu entwickeln.

Wer mehr dazu erfahren möchte, kann hier weiter nachlesen und sich durch die Bubbles klicken.